Das Prüfverfahren zur BITV 2.0


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Prüfschritt 1.2.2a
Videos mit Untertiteln

Technische Angaben

Version Aktuell
BITV-Bedingung 1.2.2 Erweiterte Untertitel (Captions)
BITV 1.0-Entsprechung 1.4.1 Videos mit Untertiteln
Bewertungsalternativen ja / eher erfüllt / teilweise erfüllt / eher nicht erfüllt / nein / nicht anwendbar
Gewichtung hohes Gewicht (3 Punkte)
Bezieht sich auf einzelne Webseite
Prüfschritt erfüllt Videos und Live-Übertragungen haben synchrone Untertitel.
Prüfschritt nicht anwendbar Es sind weder Videos noch Live-Übertragungen vorhanden.

Was wird geprüft?

Wenn die Tonspur eines Videos Informationen enthält, müssen Untertitel als Alternative bereitgestellt werden.

Warum wird das geprüft?

Filme sind in der Regel ohne den Ton nicht zu verstehen. Dies gilt auch für Live-Übertragungen. Daher muss für Menschen mit Hörbehinderung der Inhalt der Tonspur durch Untertitel bereitgestellt werden.

Untertitel können auch für andere Nutzer hilfreich sein, zum Beispiel für Personen, die mit der Sprache des Films nicht vertraut sind.

Wie wird geprüft?

1. Anwendbarkeit des Prüfschritts

  • Der Prüfschritt ist anwendbar, wenn Videos oder Live-Übertragungen mit synchroner Bild- und Tonspur vorhanden sind.
  • Videos ohne Tonspur brauchen keine Untertitel, der Prüfschritt ist für sie nicht anwendbar. Alternativen für Videos ohne Tonspur werden in Prüfschritt 1.2.1a "Audiodateien und stumme Videodateien mit Textalternativen" geprüft.

2. Prüfung auf Untertitel

  1. Das Video wird im auf der Website eingebundenen Player oder in einem externen, vom Format abhängigen Video-Player abgespielt.
  2. Es wird geprüft, ob parallel zum Video Untertitel automatisch angezeigt werden oder zugeschaltet werden können.
  3. Wenn Untertitel vorhanden sind, wird eine kurze Sequenz des Videos mit Untertiteln angesehen, um stichprobenartig festzustellen, ob die Untertitel dem hörbaren Inhalt entsprechen. Dies betrifft auch akustische Ereignisse, die für das Verständnis des Inhalts wichtig sind.

3. Prüfung von Videos als Medienalternative

Falls keine Untertitel vorhanden sind: Prüfen, ob das Video als ergänzende Medienalternative zu einem Text angeboten wird.

  1. Prüfen, ob die Beschriftung des Videos klar auf eine dazugehörige Textversion verweist und diese entweder in unmittelbarer Nachbarschaft verfügbar ist oder durch einen aussagekräftigen Link erreichbar ist.
  2. Prüfen, ob das Video alle wesentlichen Inhalte über den Ton transportiert (etwa in einer abgefilmten Rede). Wenn das Bild wichtige über den Textinhalt hinausgehende Informationen trägt, ist das Video keine Medienalternative, es braucht Untertitel und muss auch auf Audiodeskription geprüft werden (siehe auch Prüfschritt 1.2.3a "Audiodeskription für Videos").

4. Bewertung

Erfüllt:

  • Videos mit synchroner Bild- und Tonspur haben erweiterte Untertitel, die alle Informationen der Tonspur enthalten. Dazu gehört gegebenenfalls die Anzeige, wer spricht, und bedeutungstragende Tonereignisse (etwa informationstragende Geräusche, Lachen, oder Applaus).

Eher erfüllt:

  • Videos mit synchroner Bild- und Tonspur haben keine Untertitel, aber folgende Bedingungen sind erfüllt:
    • Es gibt aber außer der Abbildung des Sprechers / der Sprecherin keine wichtigen informationstragendene Bildinhalte
    • Es gibt im unmittelbaren Kontext des Videos eine vollständige Textalternative (Transkription) oder einen klar bezeichneten Link zu einer vollständigen Textalternative.
  • Wenn das Videobild Inhalte hat, die nicht in der Transkription vorkommen oder nicht adäquat darstellbar sind, kommen die Abstufungen der Bewertung von ?teilweise erfüllt? bis ?nicht erfüllt? in Betracht.

Nicht voll erfüllt:

  • Bei Medienalternativen fehlt die direkte Nachbarschaft oder der klar bezeichnete Link auf das primäre Medium, dass die Medienalternative ersetzt.

Nicht erfüllt:

  • Videos oder Live-Übertragungen sind ohne Untertitel, eine Textalternative ist ebenfalls nicht verhanden.

Einordnung des Prüfschritts

Formulierung BITV 2.0

Vorläufiger Text der BITV 2.0, Entwurf vom Mai 2010

Bedingung 1.2.2 Erweiterte Untertitel (Captions):

Für aufgezeichnete Audio-Inhalte von synchronisierten Medien sind erweiterte Untertitel (Captions) bereitzustellen. Dies gilt nicht für Medien-Alternativen für Text, die klar als solche gekennzeichnet sind.

Bedingung 1.2.4 Live-Untertitel:

Bei Live-Übertragungen synchronisierter Medien sind alle Audio-Inhalte als erweiterte Untertitel (Captions) bereitzustellen.

Abgrenzung zu anderen Prüfschritten

Stumme Videodateien

Bei diesem Prüfschritt geht es um die synchrone Vermittlung von visuellen und akustischen Informationen. Der Prüfschritt ist relevant, wenn für das Verständnis eines Elements die parallele Wahrnehmung von Bild und Ton erforderlich ist. Ein einfacher Alternativtext oder eine zusammenfassende Beschreibung ist dann nicht (mehr) ausreichend. Stumme Video-Dateien werden im Prüfschritt Prüfschritt 1.2.1a "Alternativen für Audiodateien und stumme Videos" geprüft.

Alternativtexte für Objekte

Alternativtexte für Multimedia-Objekte, etwa Video- oder Audio-Dateien oder Applets, werden in Prüfschritt 1.1.1b "Alternativtexte für Grafiken und Objekte" geprüft.

Einordnung des Prüfschritts nach WCAG 2.0

Guideline

Success criteria

Techniques

General Techniques

SMIL Techniques

Failures

Quellen

'Sprungmarker' zur Barrierefreiheit von Media-Playern:

Joe Clark über Schwierigkeiten von online captioning

Why I Hate Online Captioning (Because it sucks compared to real captioning!)

SMIL

Hinweis: Die Unterstützung von SMIL (Synchronized Multimedia Integration Language) ist zur Zeit begrenzt auf den RealPlayer. Die neueste Version ist SMIL 3.0.
W3C Synchronized Multimedia Integration Language (SMIL 3.0), Recommendation 01 December 2008

Weitere Quellen

Zum Stellenwert von Untertiteln und Gebärdensprache:

Sign languages for the Deaf (I know of three used in english-speaking countries besides "signed english") normally have their own grammar and syntax, their own ways of adding emphasis or modifying the "tone" of a statement. They are generally recognised as being languages in their own right, and not just a pictorial representation of words in a spoken language. Which brings up all the problems associated with translation - it is not easy, and automatic translators are still quite primitive.

This explains why sign language users (not all people who are deaf are sign users) generally prefer sign language interpretation to captioning - with captions they have to read what amounts to a foreign language, and reading text is not a skill that is easy to acquire without hearing (since it is based on an abstract representation of the sound of a language, whereas sign languages tend to be based on an abstract representation of visual experience of the world, and since sign languages generally don't have a written form).

So being able to communicate in their own language, and not required to use a foreign language for chat systems etc is important.

Note that typically this applies to the minority who lose their hearing before they learn to speak a language - people who are hearing impaired or lose their hearing later in life, tend to be more (or often only) proficient in a spoken/written language, so captions are indeed necessary.

Quelle: http://lists.w3.org/Archives/Public/w3c-wai-ig/2003JulSep/0222.html

Fragen zu diesem Prüfschritt

Können an Stelle der Untertitel auch Filme mit gebärdensprachlicher Darstellung eingeblendet werden?

Solche Filme sind hilfreich für Personen, die über die Gebärdensprache kommunizieren. Meist sind das Personen, die taub geboren oder schon früh ertaubt sind. Dagegen können Personen, die erst im Alter ertaubt sind, in der Regel nicht über die Gebärdensprache kommunizieren. Sie benötigen die Untertitel. Gebärdensprachliche Darstellungen sind also kein Ersatz für die Untertitel.

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